Der Tod fährt in Afrika immer mit

Hansi hat es geschafft: Der Kilimandscharo ist bezwungen und er hat freie Sicht auf den Krater, wenn da nicht der Tscharli in seiner knallroten Jacke den Ausblick sprengen würde. Aus der Nacht allein im Krater wird dann auch nichts mehr und überhaupt kommt alles ganz anders.

Hans, ein Autor aus Hamburg und Tscharli, der Ur-Bayer, über Nacht zusammengeschweißt von einem Schneesturm und der damit verbundenen Todesangst. Dabei könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Der vermeintlich weltoffene Hansi hat schon allein wegen des vermasselten Gipfelausblicks nicht besonders viel für Tscharli, diesen Nazi, übrig. Schließlich gerät er nolens volens in Tscharlis Abschiedstour durch Sansibar.

Was wir hier lesen ist allerdings kein Roman über eine Männerfreundschaft, sondern eine Abrechnung mit dem schwarzen Kontinent. Matthias Politycki, der vor 25 Jahren selber fast in Afrika gestorben wäre, beschreibt hier das schönste, aber auch das furchtbarste Afrika. Es gibt unglaubliche Landschaften, eine unvergleichbare Lebensfreude, dicht gefolgt von rabenschwarzen Abgründen. Je länger man liest, umso tiefer versinkt man in diesem Roman, in dem Land. Am Ende war ich überzeugt, dass ich mit hinten auf dem Roller saß, als es über Stock und Stein ging und zum Abschluss eines ereignisreichen Tages die Beachboys am Strand beobachtete.

Politycki, Matthias
Hoffmann und Campe Verlag GmbH
ISBN/EAN: 9783455009248
22,00 € (inkl. MwSt.)