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Kurze Schnappschüsse des Lebens:prägnant, echt

Dieses Buch ist eine kleine Sammlung von Momenten, die jeder kennt. Kurze Geschichten, unabhängig voneinander, die von Peinlichkeiten, Erschöpfung und der Suche nach Anerkennung erzählen.

Marie Aubert schreibt von einem verzweifelten Kind auf der Suche nach dem verloren geglaubten Bruder. Einer Freundschaft, die vielleicht nicht alle Hürden überwinden wird und Teenagern, die in das Haus der Nachbarn einbrechen und dort anfangen sich einzunisten. Die Personen von denen erzählt wird, haben Schwächen und Ängste. Fast niemand war mir wirklich sympathisch und grade das fand ich gut. Ich habe die Menschen in diesem Buch oft nur flüchtig kennen gelernt und dennoch blieb es nicht oberflächlig, es hat mir an nichts gefehlt. Es war erfrischend und kurzlebig. Die Geschichten bleiben offen und enden meist nicht besonders sonnig, aber das hätte auch nicht gepasst. Nach jedem Kapitel hab ich mich über ein neues gefreut und gleichzeitig geärgert, dass das letzte schon vorbei ist. Die klare, unaufgeregte Sprache der Autorin mag ich. Ähnlich wie Daniela Krien schafft sie es mit wenigen Sätzen und Beschreibungen von ganzen Charakterzügen und Eigenschaften zu erzählen und Beziehungen einzufangen. Das schätze ich sehr, meist mehr noch als langes drumherum Gerede.

Super für alle, die gerne nur ein paar Seiten am Abend lesen wollen und sich nicht durch dicke Schinken wälzen wollen. Für Leser*innen, die die feine Beobachtungsgabe von Sally Rooney mögen oder auch die präzise Spache von Daniela Krien.

Storys, Rowohlt Hundert Augen
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783498002893
18,00 €inkl. MwSt.

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