Sympathischer Ermittler trifft auf Abgründe des Alltags

Kühn ist ein Mensch, wie du und ich. Er kaufte für sich und seine Familie ein schnuckeliges Einfamilienhaus. Eine gute Investition, wenn da nicht dieser übel riechende Schimmel im Keller wäre. Aber darum geht’s jetzt nicht, oder doch, zumindest auch.

Kern der Geschichte ist der brutale Mord an Amir Bilal. Wie in einem Märchen verliebte sich die reiche, gutaussehende, kluge Julia in ihn und ihre Eltern begrüßten diese Verbindung auch noch. Kühn wittert einen Riss in dieser scheinbar perfekten Welt, muss sich aber eingestehen, die van Hautens sind einfach perfekt. Scheinbar gibt es sie tatsächlich, diese perfekten Menschen, die nicht nur wahnsinnig viel Geld haben, sondern sich auch noch sozial engagieren und eine Bilderbuchfamilie haben.

Andere haben da weniger Glück. So wird der Supermarkt bei Kühn ums Eck erpresst und kurz darauf verstirbt eine Schülerin an einem vergifteten Apfel-Guave-Joghurt.

Dies ist bereits Jan Weilers zweiter Roman über Martin Kühn. Wer den ersten „Kühn hat zu tun“ nicht gelesen, macht nichts: Die Fälle sind abgeschlossen und können in beliebiger Reihenfolge konsumiert werden. Der Autor des „Pubertiers“ legt hier amüsante Krimiunterhaltung vor. „Tatort“-Freunde werden hier Spaß haben.

Weiler, Jan
Piper Verlag
ISBN/EAN: 9783492057578
20,00 €