Was für eine Liebesgeschichte

Herta und Georg waren ein schönes Paar. Sie lernten sich in einer Kleinstadt im Osten des Landes kennen. Es ist in den vierziger Jahren, als sich Georg aus der Kaserne davonstiehlt, um sich mit Herta zu treffen. Sie wurden ein Paar, wie für einander gemacht, bis sie zehn Jahre später in den Westen übersiedeln.

Der Sohn, Philipp, mittlerweile selbst mindestens 50 Jahre alt, erkundet in diesem Roman die Geschichte seiner Eltern. Es ist unglaublich, mit welcher Loyalität das Scheidungskind, das von seiner Mutter beim Vater gelassen wurde, diese Geschichte erzählt. Ganz klar stehen hier Episoden aus der mit den Eltern erlebten Vergangenheit, neben nostalgischen Episoden, deren Wahrheitsgehalt niemand mehr nachprüfen kann. Nach und nach entsteht ein zartes, liebevolles, dabei aber niemals kitschiges Bild einer Ehe, die die meiste Zeit getrennt von einander stattfand, aber niemals geschieden wurde.

Ich bin tief beeindruckt, wie es Gert Loschütz mit Hilfe seines Erzählers gelingt, diese Liebesgeschichte zu erzählen. Man merkt gar nicht, wie man, vollkommen absorbiert wird und sich fragt: Wie macht er das? Dies ist keine atemlose Spannung, sondern ein kleines Wunder, das sich Seite für Seite entwickelt, bis man am Ende erstaunt vor einem wahren Kunstwerk steht.
 

Loschütz, Gert
Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung
ISBN/EAN: 9783895611568
22,00 €