Von glücklich bis traurig war alles dabei. Ein Wahnsinnsbuch!
Ich gebe ehrlich zu, als ich nach diesem Buch griff, hatte ich vier eher bescheidene Bücher hinter mir. Nichts sagte mir die letzten Wochen richtig zu. Also habe ich nach einem Buch aus dem Frühjahr gegriffen, was fast einem Verzweiflungsakt gleichkam. Normalerweise so kurz vor Weihnachten, lese ich nur noch sehr aktuelle Bücher, um das Neueste empfehlen zu können. Und doch hab ich dieses Buch angefangen und dachte nach 80 Seiten, das könnte ein Knaller werden und nach 150 Seiten wusste ich, das ist eines DER Bücher des Jahres.
Aber worum geht´s überhaupt.
Es wird aus zwei Perspektiven erzählt. Die erste Hälfte berichtet Ellis, der in einer Schlosserei arbeitet. Er erzählt bruchstückhaft von seinem Leben: Den Eltern, einer Frau namens Annie und seiner Freundschaft zu Michael, die ganz besonders gewesen zu sein scheint. Aber was ist passiert, dass diese Menschen nicht mehr in seinem Leben sind?
Dann folgt man Michael, der von der Freundschaft und Liebe zu Ellis erzählt und einem einzigartigen Sommer in Südfrankreich, als beide kaum erwachsen waren. Man tappt lange im Dunkeln, bis sich alles zusammenfügt. Ich war berührt, froh und gleichzeitig todtraurig, wie diese Geschichte verlaufen ist.
Für mich hat es sich angefühlt, wie das Beste aus "Vom Ende der Einsamkeit" und "Call me by your name". Voller Melancholie, dem Auf und Ab des Lebens und dem Zauber eines besonderen Sommers.
Es ist kein literarisches Meisterwerk und das Rad wurde nicht neu erfunden. "Lichte Tage" ist ein wahres Gefühlsbuch und wer das mag, kann absolut Großes erwarten!
Eine Empfehlung von Charlotte