Bittersweet
Georg kommt in einem heißen Sommer in den 90ern auf den Hof seiner Eltern. Er muss zur Musterung, wird wohl aber nicht hingehen. Ab dem Moment wo wir auf dem Hof ankommen, beschleicht uns die Stimmung, dass hier was nicht stimmt. Auch Georg, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird und der den Hof mit seiner Familie ja schon sehr gut kennt, in all seiner überwucherten Abgewirtschaftetheit, ist irritiert. Seine Schwester geht ihm Tage, sogar wochenlang aus dem Weg und die Großmutter ist nur noch ein durch die Zimmer schleichender Schatten ihrer selbst.
„Krummes Holz“ ist ein schrecklich schöner Coming-of Age-Roman. Man spührt die Hitze und durchstreift mit Georg dieses alte Gehöft und mit jedem Raum öffnet sich auch ein Spalt zu seiner nicht sehr glücklichen Kindheit und Jugend. Es geht um Generationen überdauernde Erwartungen und Pflichten, aber auch um schöne Momente ersten Verliebtseins. Man wäre gern mit Georg befreundet.
Ein tolles Debüt!