Für die Suchenden und die, die ankommen

Edda Valt lebt in einem Dorf namens Colm an der Küste des Inselreichs. Einem zersplitterten Teil eines einst großen Landes, das nur noch als kleine Inseln auf dem gigantischen Silbermeer existiert.

Jedes Jahr zur Zeit der Kaltwochen wird aus Colm ein Kind entführt. Warum und wohin weiß niemand, doch alle haben Angst vor dieser Zeit des Jahres. Dieses Mal trifft es Tobin, Eddas jüngeren, ängstlichen Bruder.

Edda will ihren Bruder finden und macht sich auf die Suche nach ihm. Nur lose Hinweise hat sie, aber dafür ungeheuren Mut, der darauf drängt Tobin zu finden. Gemeinsam mit einem Segler fährt sie hinaus ins Inselreich und erlebt ein riesiges phantastisches Abenteuer.

Es ist so eine Freude mit Edda zu reisen. Diese ganzen Inseln, eine besonderer als die andere und die Menschen, die Edda auf ihrem weiten Weg trifft, sind außergewöhnlich. Grausame Männer auf der Insel Halv, die an Wikinger erinnern. Geschäftsmänner, Spieler und Bettler in der Händlerstadt Akoban. Die Regeninseln und deren Bewohner, die seit Jahrhunderten schon gegen Wassermänner kämpfen. Und natürlich die Alte Sprache, die eines der magischen Elemente in dieser Geschichte ist und duch Altsprech verhunzt wurde, sodass nur noch ein Quäntchen der alten Magie übrig geblieben ist.

Dann diese kalten und rauen Teile des Meeres: Das Teermeer, das Marschland und die Silbersee, wie alles andere auch durch die Sprache der Autorin meisterhaft zum Leben erweckt.

All diese Dinge findet man hier in dieser Fantasygeschichte. Stück für Stück erschließt sich einem diese Welt und zusammen mit Edda versucht man alles zusammen zu setzen für ein gesammtes Bild. Eine kühne und starke Protagonistin mit bemerkenswerten Begleitern an ihrer Seite. Dadurch entstehen verschiedene Perspektiven, die dafür sorgen, dass die Geschichte nur so dahinfliegt und sich einzelne Fäden der Geschichte zusammenfügen.

Ich habe diese Trilogie in großen Abständen gelesen, ungefär ein Buch pro Jahr. Jetzt habe ich den letzten Band im Urlaub, in Schweden, beendet und es hätte keinen besseren Ort geben können um diese Reihe zu einem Schluss zu bringen. Die raue weite des Inselreiches kann man sich im Norden einfach noch besser vorstellen.

Alles fügt sich gegen Ende. Alle losen Enden werden zusammengeführt. Alle Charaktere kommen zurück oder werden an ihre Plätze geschickt. Fein konstruiert sowie liebevoll erzählt.

Ein All-Age-Titel ab 14 Jahren. Ein Universum ähnlich dicht und facettenreich wie das der Spiegelreisenden.

Eine Empfehlung von Charlotte.


Bibliographie
Kategorie
Bleiben Sie auf dem Laufenden - abonnieren Sie unseren Newsletter.
Unsere Datenschutzerklärung können Sie hier abrufen.
Die E-Mail-Adresse, die den Newsletter erhalten soll.