Eine scheinbar unmögliche Gewissheit
Chris Whitakers »In den Farben des Dunkels« ist ein fesselnder, atmosphärisch slow-burn Krimi, der tief in die Abgründe menschlicher Psyche eintaucht.
Die Geschichte beginnt in einem kleinen, von Geheimnissen durchzogenen US-Städtchen der 1950er Jahre und folgt dem 12-jährigen Patch. Dieser Junge wird entführt und mehrere Monate in einem Raum festgehalten, in dem absolute Dunkelheit herrscht. Letztendlich wird er von seiner besten Freundin Saint befreit, berichtet jedoch von einem Mädchen namens Grace, das mit ihm in Gefangenschaft gewesen sein soll.
Dies ist der Ausgangspunkt einer lebenslangen Suche. Dieser Roman ist eine Empfehlung für alle, die Freude daran haben, Charaktere ein Leben lang zu begleiten. Mit seinen 700 Seiten bietet der Roman genug Platz für sämtliche Facetten eines Lebens auf der Suche nach der scheinbar unmöglichen Gewissheit. Ja, es ist schon auch ein großer amerikanische Roman, der gesellschaftliche Fragen nach dem Recht auf Abtreibung, queere Liebe, Schuld und Recht aufwirft.
Wer Bonnie Garmus’ »Eine Frage der Chemie« mochte, wird mit »In den Farben des Dunkels« sicherlich eine gute Zeit haben.