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ISBN/EAN: 978-3-499-60669-4
Einband: kartoniertes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
320 S.
Format (T/L/B):
2.4 x 19 x 12.5 cm

Hersteller:
Rowohlt Verlag GmbH
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Kirchenallee 19
DE 20099 Hamburg


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Die letzten Tage des Patriarchats

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Unser Tipp für Sie

Der 8. März wird den meisten von euch unter dem Begriff »Weltfrauentag« bekannt sein. Wie viele andere bezeichne ich ihn allerdings als feministischen Kampftag. Der Fokus sollte nämlich nicht darauf liegen, Frauen an einem von 365 Tagen Blumen zu schenken und einmal nett Danke zu sagen für die Care-Arbeit, die von ihnen das ganze Jahr über
verrichtet und stellenweise sogar verlangt wird. Stattdessen soll genau auf solche Ungleichheiten aufmerksam gemacht, und diese im besten Fall langfristig verändert werden. Deshalb will ich euch an dieser Stelle einiges an Literatur vorstellen, die euch heute und auch das restliche Jahr über mit dem notwendigen Wissen und Handwerkszeug für den Kampf gegen das Patriarchat und die gegenseitige Unterstützung versorgen.

Feministische Grundlagenliteratur wie »Die letzten Tage des Patriarchats« (Margarete Stokowski) und »Unlearn Patriarchy« (Hrsg. Lisa Jaspers, Naomi Ryland, Silvie Horch) möchte ich nur am Rande erwähnen. Lieber lenke ich das Augenmerk auf ein paar spezifischere Auseinandersetzungen.

• Aufrüttelnde Zahlen, Daten und Fakten findet ihr in »Unsichtbare Frauen« (Caroline Criado Perez)
• »Die Erschöpfung der Frauen« (Franziska Schutzbach) legt den Schwerpunkt auf eben jene titelgebende Erschöpfung, die das (Über)Leben im Patriarchat nach sich ziehen kann. Care-Arbeit, ständige Vorsicht bzw. Sicherheitsverhalten und dem Druck von Schönheitsidealen entsprechen zu müssen, belastet und beeinflusst das Leben als Frau* ungemein.
• »Alle drei Tage« (Laura Backes, Margherita Bettoni) beschäftigt sich mit dem Thema Femizid und warum der gesellschaftliche Umgang damit mehr als problematisch ist.
• »Toxische Weiblichkeit« (Sophia Fritz) liefert erfrischende neue Ansätze in der häufig festgefahrenen Debatte um das richtige Verhalten von Frauen*
untereinander sowie im Umgang mit dem Patriarchat und bewertet den polarisierenden Begriff »toxisch« neu.

Natürlich komme ich beim Thema Feminismus nicht umhin, Mareike Fallwickl zu erwähnen. »Die Wut die bleibt« ist für mich inzwischen ein echter Klassiker geworden und auch »Und alle so still« fügt sich nahtlos in die Reihe aktueller Erzählungen voller weiblicher Power ein. Man mag glauben, dies seien die einzigen Romane mit feministischem Inhalt, so oft wie ich sie euch unter die Nase halte. Aber keine Sorge, dem ist natürlich nicht so!

Die dystopisch (oder utopisch?) anmutende Geschichte »Die Gabe« (Naomi Alderman) erzählt zum Beispiel davon, wie Frauen auf der ganzen Welt unverhofft die Fähigkeit erhalten, anderen Schmerzen zuzufügen; die Männer werden plötzlich zum schwachen Geschlecht und somit verändern sich viele Dinge radikal – aber verändert sich damit auch die grundlegende gesellschaftliche Struktur?

Leider bleibt auch der Literaturbetrieb nicht verschont von Vorurteilen, Glasdecken und Unterdrückung. Diese beschreibt Nicole Seifert in »Frauenliteratur« und liefert neben wichtigen (und teilweise erschreckenden) Fakten die Inspiration, vergessene bzw. verdrängte Autorinnen wiederzuentdecken, gleich mit. Das könnt ihr zum Beispiel mit Hilfe der Anthologie »Unter Frauen: Geschichten vom Lesen und Verehren« (Hrsg. Anna Humbert und Linda Vogt) tun.

An aufklärender, feministischer Literatur mangelt es also nicht. Ich wünsche euch empowernde Lesestunden, im März und darüber hinaus. Schließlich ist jeden Tag feministischer Kampftag.

Von Katha

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Beschreibung

Seit 2011 schreibt die Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski Essays, Kolumnen und Debattenbeiträge. Die besten und wichtigsten Texte versammelt dieses Buch, leicht überarbeitet und kommentiert. Die Autorin analysiert den Umgang mit Macht, Sex und Körpern, die #metoo-Debatte und Rechtspopulismus, sie schreibt über Feminismus, Frauenkörper und wie sie kommentiert werden, über Pornos, Gender Studies, sogenannte Political Correctness, Unisextoiletten und die Frage, warum sich Feminismus und Rassismus ausschließen.Stokowskis Texte machen Mut, helfen, wütend zu bleiben, Haltung zu zeigen und doch den Humor nicht zu verlieren und sie zeigen, dass es noch einiges zu tun gibt auf dem Weg zu einer gleichberechtigen Gesellschaft. Wer fragt, ob wir den Feminismus noch brauchen oder ob die Revolution bereits geschafft ist, dem liefert Margarete Stokowski eindeutige Antworten.'Im Großen und Ganzen versuche ich, da Staub aufzuwirbeln, wo es eh schon dreckig ist. Also ungefähr das Gegenteil von dem, was von einer Polin in Deutschland erwartet wird, Zwinkersmiley.'

Über Margarete Stokowski

Margarete Stokowski, geboren 1986 in Polen, lebt seit 1988 in Berlin. Sie studierte Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitet als freie Autorin. Ihre Kolumne 'Oben und unten' erscheint seit 2015 bei Spiegel Online. 2019 wurde sie für ihre Texte mit dem Kurt-Tucholsky-Preis ausgezeichnet. 'Untenrum frei', ihr Debüt, avancierte zu einem Standardwerk des modernen Feminismus. 

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