Ein spannender Krimi-Comic
»Zeter und Mordio« von Jens Cornils basiert auf einem wahren Kriminalfall, der sich 1687 in Hamburg ereignet hat und in den Memoiren der Glückel von Hameln beschrieben wird, einer jüdischen Kauffrau, die seinerzeit dort lebte.
Als zwei jüdische Kaufmänner spurlos verschwinden und im Raum steht, dass sie ermordet wurden, hat die jüdische Gemeinde kaum Möglichkeiten, Ermittlungen aufzunehmen. Jüdische Menschen haben im damaligen Hamburg kaum Rechte und unter der christlichen Bevölkerung ist Antisemitismus weit verbreitet. Nur die junge Rebekka kann sich nicht damit abfinden und begibt sich mit ihrem Ehemann Schmuel auf eine Spurensuche, die sie einmal quer durch Hamburg und das benachbarte Altona führen.
Die Geschichte ist richtig spannend, aber nirgends gruselig und stellenweise auch lustig. Der Zeichenstil erinnert ein wenig an Asterix und Obelix, und die Figuren mit ihren Knollennasen habe ich alle sofort liebgewonnen. Vor allem Rebekka ist eine sehr coole und mutige Heldin, mit der ich sehr mitgefiebert habe. Und ganz nebenbei lernt man eine Menge über das Hamburg des 17. Jahrhunderts und über die damalige deutsch-jüdische Kultur, und kann sogar ein paar Sätze Plattdeutsch üben. Insgesamt, würde ich sagen, ein sehr interessanter und gleichsam unterhaltsamer Comic für Kleine und Große ab 10 Jahren. Was ich auch sehr cool finde: In Hamburg gibt es einen Rundgang, auf dem man die realen Schauplätze des Comics entdecken kann.
Ein Buchtipp von Luise