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Imme Techentin
21.11.2012
Deutsch
141 S.
1.1 x 17.7 x 10.8 cm
Insel Verlag Anton Kippenberg GmbH & Co. KG
info@insel-verlag.de
Torstr. 44
DE 10119 Berlin
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Unser Tipp für Sie
Es ist April und das bedeutet auch; es wird endlich so richtig Frühling. Frühling assoziiere ich, Katha, immer auch mit Neubeginn; die Natur erwacht wieder zum Leben und lädt uns ein, es ihr gleich zu tun. Diese Themen ziehen sich deshalb also durch die Empfehlungen dieses Monats.
»Der Salzpfad« von Raynor Winn ist eine autobiografische Erzählung über ein Ehepaar, die vor den Ruinen ihres Lebens stehend beschließen, den South West Coast Path zu wandern. Alles, was sie besitzen, passt in ihre Rucksäcke und so machen sie sich auf einen Weg, der ihr gesamtes Leben prägen und verändern wird. Das Buch ist voll mit lebhaften Naturbeschreibungen; wir nehmen Teil an einer Wanderung über zerklüftete Klippen und verschlungene Waldpfade. Der Weg wird hier zum literarischen und tatsächlichen Zuhause. Ich fand es wahnsinnig inspirierend, die Geschichte der beiden zu verfolgen (es gibt inzwischen noch zwei Folge-Teile; »Wilde Stille« und »Überland«) und die Kombination aus Aufbruchsstimmung, rauer Landschaft und lebensbejahender Beharrlichkeit macht dieses Buch zum perfekten Frühlingsbuch für mich.
Ebenfalls von einer starken Figur geprägt ist der Klassiker »Die Wand« von Marlen Haushofer. Auch wenn die Atmosphäre hier mitunter sehr bedrückend ist, finden sowohl Protagonistin als auch Leser*in Trost und Kraft in der Natur.
In »Das leise Platzen unserer Träume« von Eva Lohmann (die wir übrigens schon einmal für eine Lesung bei uns empfangen durften) geht es um die Frage, wann ein Ende noch ein Ende oder schon ein Neuanfang ist. In einem Haus auf dem Land geht Jule dieser Frage nach und nimmt uns mit in eine gefühlvolle Erzählung über Liebe, das Kämpfen um eben jene und um die (Neu-)Erzählung des eigenen Lebens.
Wenn die Tage wieder länger werden und die ersten Abende lau genug sind, um wieder draußen zu sitzen, greife ich vermehrt zu Gedichtbänden.
Dabei komme ich regelmäßig auf Hermann Hesse zurück und möchte euch deshalb an dieser Stelle die Sammlung »Bäume« ans Herz legen. Sie macht in lyrischen Werken wie »Voll Blüten« oder »Frühlingsnacht« kraftvoll die Magie des Frühlings spürbar.
Für die Englisch-Leser*innen unter euch habe ich noch eine besondere Empfehlung: »A Green Equinox« von Elisabeth Mavor ist eine 1973 erschiene Geschichte, die durch die Beschreibung aufkeimender und verwirrender Gefühle, Krankheit und Gesundung vor dem Hintergrund des ländlichen Englands besticht.
Nehmen wir also den Frühling als Anlass, neue und inspirierende Bücher zu entdecken und neugierig durch die Landschaft der Literatur zu gehen.
Buchtipps von Katharina