Details

ISBN/EAN: 978-3-7558-0567-0
Einband: kartoniertes Buch
Weitere Details
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
256 S.
Format (T/L/B):
2.1 x 19 x 12.5 cm

Hersteller:
DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
herstellung@dumont.de
Amsterdamer Straße 192
DE 50735 Köln


Weitere Details arrow_forward_ios
14,00 €

Lieferbar innerhalb 24 Stunden

Unser Tipp für Sie

"Wut. Ich will schreien, die ganze Zeit.", schreibt Manon Garcia in ihrer Abhandlung über den Pelicot-Prozess "Mit Männern leben" und referiert damit auf ein Gefühl, das gerade ein neues Hype-Genre dominiert: Female Rage-Literatur.

 

Feministische Wut-Romane haben sich in den letzten Monaten nicht nur zu meinen Lieblingsbüchern, sondern auch zu meinem Forschungsinteresse in der Literaturwissenschaft entwickelt, weil in ihnen ganz viel Tolles steckt. Zum einen stellt Female Rage an sich einen Widerspruch dar. Wütende Frauen sind gesellschaftlich nicht vorgesehen, weiblich und wütend wird kaum zusammen gedacht. Gründe für die Wut von Frauen werden im patriarchalen System seit jeher abgesprochen und delegitimiert. Texte über wütende Protagonistinnen machen lang unterdrückte Affekte kollektiv lesbar. Sie zeigen, dass Wut angebracht und notwendig ist und welches Potential zur Ermächtigung in ihr steckt. Vor allem aber bringen sie das Thema der genderspezifischen Gewalt auf den Tisch.

Um mich ganz meiner Masterarbeit zu Female Rage-Literatur zu widmen, verlasse ich Halle und damit auch heiter bis wolkig schweren Herzens, aber natürlich nicht ohne drei letzte Buchtipps. Eine erweiterte Auswahl findet ihr aktuell im Schaufenster in der LuWu, für ganz viel Lesestoff, um auch über den feministischen Kampftag hinaus wütend zu bleiben. 

 

Eva Reisingers "Männer töten" wird als eine Art Rachefantasie oder radikalfeministische Utopie beschrieben. Anna Maria zieht von der Großstadt in
ein österreichisches Dorf und findet dort eine matriarchale Gesellschaft vor, in der Männer scheinbar kaum eine Rolle spielen. Neben Bauernhof-Idylle und
Liebesgeschichte kommen Fragen auf, die Antworten sind ungewöhnlich. Das Buch hat mir großen Spaß gemacht.

 

"Wenn wir lächeln" von Mascha Unterlehberg erzählt rasant von ein paar Minuten, in denen die 16-jährige Jara von einer Brücke auf einen Fluss hinunter schaut, in den ihre beste Freundin Anto gerade gesprungen ist. Ihre Gedanken springen zwischen Erinnerungsflashbacks an ihre Jugend, sexualisierte Gewalt und einen Wutausbruch hin und her, während ich am liebsten die Luft anhalten wollte und die Unklarheit kaum aushalten konnte, ob Anto wieder auftauchen wird. Die Gefühle der beiden sind ansteckend und haben mich richtig mitgerissen. 

 

Monika Kims "Das Beste sind die Augen" verbindet Female Rage mit feministischen Rachefantasien und Body Horror. Nach der Trennung ihrer Eltern müssen Jiwon und ihre Schwester mit dem neuen weißen Freund ihrer Mutter zusammenleben, der die beiden fetischisiert und sich wiederholt übergriffig verhält. Jiwon entwickelt eine Obsession mit den blauen Augen des Mannes, der sie immer wieder anstarrt, ihre Gedanken werden immer radikaler und es drängen sich Träume vom Verspeisen
der Augen auf. Nichts für schwache Nerven, aber fesselnd und unterhaltsam.

In diesem Sinne, macht's gut! 

Darlene

Lesen Sie unsere vollständige Rezension

Beschreibung

Jara steht auf der alten Eisenbahnbrücke über der Ruhr und starrt ins tiefdunkle Gewässer. Anto, die gerade noch neben ihr saß, ist in den Fluss gesprungen und taucht nicht wieder auf. Das Einzige, was Jara von hier oben erkennen kann, ist der Baseballschläger, mit dem sie in dieser Nacht ein Autofenster eingeschlagen haben und der jetzt nicht sinken will. Als Jara zum ersten Mal auf Anto trifft, ist diese zwar die schlechteste Spielerin auf dem Fußballplatz, aber trotzdem mit Abstand die mutigste. Die beiden freunden sich an, und schnell ist klar: Ihre Schwesternschaft steht über allem - sie teilen Lipgloss, Cherry Cola und Gewaltfantasien. Jeden Abend ein neuer Plan, sie haben alles im Blick und alles im Griff. Bis ihnen Stück für Stück die Kontrolle entgleitet. Es bleibt die Frage: Wohin mit all der Wut? In ihrem Debütroman zeichnet Mascha Unterlehberg das bestechende und kraftvolle Porträt einer zarten Freundinnenschaft, die sich gegen den Druck von außen und eine stets drohende Gewalt behaupten muss - bis es Zeit ist, zurückzuschlagen Mascha Unterlehberg wurde für Wenn wir lächeln mit der Alfred-Döblin-Medaille ausgezeichnet. 'Ein Rausch, flirrend und intensiv. Ein Buch über die Kraft der Freundschaft, über bedrohliche Momente beim Erwachsenwerden und über junge Frauen, die nicht länger still bleiben.' EMOTION

Schlagzeile

'Dieser Roman beschleunigt den Puls und lässt den Atem stocken.' RUTH-MARIA THOMAS
Bleiben Sie auf dem Laufenden - abonnieren Sie unseren Newsletter.
Unsere Datenschutzerklärung können Sie hier abrufen.
Die E-Mail-Adresse, die den Newsletter erhalten soll.