Die »Revolution des Gemeinen Mannes« – ein Schaufenster

Im Mai gibt es flankierend zur Veranstaltung am 27. Mai ein thematisches Schaufenster zum »Deutschen Bauernkrieg«. 

In diesem Jahr können wir ein halbes Jahrhundert zurückblicken auf die »Revolution des Gemeinen Mannes«. So bezeichnete der Historiker Peter Blickle die Erhebungen nicht nur von Bauern sondern auch auch armen Städtern und Bergmännern gegen die Macht der Katholischen Kirche und des Adels. Im Frühjahr 1524 erhoben sich mehrere hundert Bauern im heutigen Baden-Württemberg, später in der Nähe von Nürnberg und kurz darauf im thüringischen Mühlhausen. Mit Beginn 1525 wuchsen die Verbindungen der Aufständischen auf mehrere Tausende an, so auch in Thüringen. Ende April entwickelte sich um Frankenhausen ein Zentrum der Aufstände. Diese wurden mit der Schlacht um Frankenhausen am 15. Mai 1525 durch adlige Truppen blutig niedergeschlagen. Thomas Müntzer, christlicher Reformator und einer der Aufständigen-Anführer, wurde gefangen genommen und in Mühlhausen am 27. Mai 1525 durch Enthauptung öffentlich hingerichtet.

Thomas Müntzer war anfänglich Anhänger Martin Luthers und dessen Reformationsideen. Diese gingen ihm jedoch nicht weit genug. Und so nahmen beide unterschiedliche Lebenswege. Auch wenn 2025 nicht als breit inszeniertes »Müntzerjahr« begangen wird wie 2017 das »Lutherjahr« zum 500-jährigen Jubiläum von Thesenanschlag und Reformation, lohnt es sich, mit den sozialen Veränderungsbewegungen und Thomas Müntzer zu beschäftigen. Wir befinden uns in Halle einerseits sehr nah an historischen Orten wie etwa Allstedt, Bad Frankenhausen oder Mühlhausen. Und gleichzeitig könnte manches aktueller erscheinen als gedacht.


Bibliographie
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Der Bauernkrieg
Gerd Schwerhoff
Der Bauernkrieg
Geschichte einer wilden Handlung
EAN: 978-3-406-82180-6
Der Bauernkrieg - Aus den Quellen neu erzählt von Gerd Schwerhoff Der Bauernkrieg von 1525 gilt als die größte Erhebung in Europa vor der Französischen Revolution. Er wurde als Aufstand für die Einheit der Deutschen, frühbürgerliche Revolution und Revolution des gemeinen Mannes gedeutet. Gerd Schwerhoff hat die Quellen neu gelesen und beschreibt anschaulich, was vor 500 Jahren geschah. Wer künftig über den Bauernkrieg mitreden will, wird an dieser fesselnden Darstellung nicht vorbeikommen. Herbst 1524: Befeuert durch die Botschaft der Reformatoren beginnt im deutschen Südwesten ein Aufstand, der im Frühjahr 1525 fast den ganzen Süden des Reiches erfasst hat. Überall organisieren sich die Bauern und die mit ihnen sympathisierenden Stadtbewohner in großen 'Haufen'. Sie zerstören Klöster, brennen Burgen nieder und zwingen Herren, Grafen und sogar Fürsten in ihre 'brüderliche Vereinigung'. Fast überall fordern sie die Beseitigung der Kirche als weltlicher Machtfaktor. Die Herrschenden sind zunächst uneins, aber dann läuft die militärische Maschinerie des mächtigen Schwäbischen Bundes an. Die Bauern verlieren entscheidende Schlachten, viele werden gnadenlos massakriert, aber einigen Herrschenden dämmert auch, dass pure Repression zu wenig ist. Zeitgenossen haben die Ereignisse als 'wilde Handlung' wahrgenommen. Gerd Schwerhoff versteht es meisterhaft, den ganz unterschiedlichen Schauplätzen gerecht zu werden und ein neues farbiges Gesamtbild zu zeichnen. Die mit weitreichenden Deutungen übertünchten Ereignisse erscheinen so in ganz neuem Licht. 500. Jahrestag 2025 ?Die radikalste Tatsache der deutschen Geschichte.? Karl Marx Seit Jahrzehnten die erste Neurekonstruktion der Ereignisse aus den Quellen Fesselnd erzählt von einem führenden Experten

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Thomas Müntzer
Hans-Jürgen Goertz
Thomas Müntzer
Revolutionär am Ende der Zeiten. Eine Biographie
EAN: 978-3-406-82462-3
Revolutionär im Zeitalter des Bauernkriegs Gott ist gerecht, und die Christen sind frei. Thomas Müntzer wollte diese Grundeinsichten der Reformation auch politisch durchsetzen. Dafür schloss er sich dem Aufstand der Bauern an, wurde gefoltert und hingerichtet. Hans-Jürgen Goertz erzählt anschaulich das Leben dieses Revolutionärs, der das Reich Gottes ganz nahe wähnte. Seine meisterhafte Biographie, die für diese Neuauflage überarbeitet und aktualisiert wurde, erinnert an eine unterdrückte Strömung der Reformation, die bis heute virulent ist. Mit seiner mystisch-apokalyptischen Theologie und der Devise Alles gehört allen hat Thomas Müntzer über Jahrhunderte polarisiert. Das anfängliche Einvernehmen mit Martin Luther wurde bald gestört, der Wittenberger verachtet ihn, in den Kirchen wurde er jahrhundertelang totgeschwiegen. Die Anerkennung kam spät und von anderer Seite: Friedrich Engels entdeckte den frühen Revolutionär, Heinrich Heine bewunderte Thomas Müntzer als den heldenmütigsten und unglücklichsten Sohn des deutschen Vaterlandes. Ernst Bloch verehrte den Theologen der Revolution, und die DDR versah ihre Fünf-Mark-Scheine mit Müntzers Konterfei. Jenseits des Streits um Thomas Müntzer verortet Hans-Jürgen Goertz seine Theologie und sein Wirken im Aufbruch der Reformation des 16. Jahrhunderts und macht gerade dadurch deutlich, warum Müntzer bis heute die Gemüter erregt. "Das Referenzwerk schlechthin." Neue Zürcher Zeitung "HansJürgen Goertz hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Schwarzweiß des Müntzer Bildes aufzulösen." Peter Gauweiler, Frankfurter Allgemeine Zeitung "Eine in gleicher Weise anspruchsvolle wie spannende Lektüre." Robert Mizia, Lesart

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29,90 €
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Für die Freiheit
Lyndal Roper
Für die Freiheit
Der Bauernkrieg 1525 - 500 Jahre Bauernkrieg
EAN: 978-3-10-397475-1
Die Luther-Biographin Lyndal Roper erzählt die Geschichte der größten Massenbewegung vor der Französischen Revolution. Sie erweckt darin die Aufständischen und ihre Utopie auf unnachahmliche Weise zum Leben und gewinnt damit den Cundill History Prize 2025. Was trieb die Menschen an, gegen ihre Herren aufzubegehren? Es ging um das, was wir uns auch heute wünschen: Freiheit, Gerechtigkeit und ein gutes Leben. Doch es ging auch um mehr, um die Vision eines neuen, eines gottgefälligen Reichs. Und so zogen sie aus ihren Dörfern, kampierten auf offenem Feld, drangen in Klöster ein und labten sich am Wein in deren Kellern. Beseelt von der  Hitze der Reformation, folgten sie aber nicht dem Weg Martin Luthers, sondern hörten fasziniert den Predigten des charismatischen Priesters Thomas Müntzer zu. Sie schworen sich Eide und lebten Brüderlichkeit, doch sie forderten auch, dass die Grundherren ihnen keine übermäßigen Frondienste auferlegten, und dass sie ihnen weiterhin Zugang zu Gottes Schöpfung erlaubten - sie brauchten das Holz der Wälder und den Fisch aus Flüssen und Seen, sie wollten das Recht zur Jagd ausüben - und sie wollten den Abendmahlskelch aus den Händen des Priesters empfangen, um daraus zu trinken. Doch obwohl sich ihnen auch mancher Adlige und Ritter anschloss, konnten sie gegen die Übermacht der Grundherren nicht gewinnen. Viele von ihnen starben in der Schlacht bei Frankenhausen, andere wurden hingerichtet. Die Erinnerung an diesen Aufstand war lange verblasst, doch Lyndal Roper zeigt, dass die Utopie der Bauern und ihr Blick auf die Natur und ihre Ressourcen uns näher sind, als wir glauben. Opulente Ausstattung mit 48 teils farbigen Abbildungen

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